Eine Treppe und Felsen in der Breiten Kluft
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Sicher wandern in der Sächsischen Schweiz

Tipps für Ihre Wanderung

Die Sächsische Schweiz ist kein hohes, aber dennoch ein anspruchsvolles Mittelgebirge. Steile, mehrere hundert Meter lange Anstiege, lange Treppen, Eisenleitern, wurzel- und blockdurchsetzte Wege sowie ungesicherte, senkrecht abfallende Felskanten fordern häufig die volle Aufmerksamkeit und das Gleichgewichtsbewusstsein der Wandernden. Gemeinsam mit der Bergwacht Sachsen haben wir deshalb Empfehlungen für Wanderer, Radfahrer und Kletterer zusammengestellt.

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Treppe auf die Schrammsteine
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Verschiedene Karten
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Gute Tourenplanung: Bereiten Sie Ihre Tour sorgfältig vor. Planen Sie alternative Routen ein, falls Sie die Tour abkürzen müssen. Berücksichtigen Sie dabei die zu erwartende tatsächliche Wanderzeit (reine Gehzeit plus Pausen und Fotostopps), die zu bewältigenden Höhenmeter und Ihre persönliche Leistungsfähigkeit – viele haben sich hier bereits überschätzt oder das Gelände unterschätzt! 

Zeitpuffer einplanen: Unvorhersehbare Situationen wie Wetterumschwünge können die Tour verzögern, ebenso lange Fotostopps. Kalkulieren Sie daher genügend Zeitreserven ein.

Karte nicht vergessen: Ein GPS-Gerät oder Handy ist hilfreich, ersetzt aber keine klassische Karte. Behalten Sie stets den Überblick über Ihre Position – sowohl digital als auch auf Papier. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Touren-Apps.

Notrufstandort
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Notrufstandorte nutzen: Auf den Pfosten aller Wegweiser im Nationalpark befinden sich gelbe Marken mit einer vierstelligen Nummer. Im Notfall (Notruf 112) geben Sie der Rettungsleitstelle die Nummer des nächstgelegenen Wegweisers durch – so kann Ihr Standort schnell ermittelt und die Bergwacht zielgerichtet zu Ihnen gelenkt werden. Denken Sie bei einem Notruf an die 5 W-Fragen: „Was? Wo? Wie? Wie viele Personen? Welche Verletzungen?“ Warten Sie auf Rückfragen.

Jemanden informieren: Teilen Sie besonders bei längeren Touren einer Vertrauensperson (zum Beispiel Freunden oder Ihrem Gastgeber) Ihre geplante Route und die voraussichtliche Dauer mit. Melden Sie sich nach der Tour zurück – das erhöht die Sicherheit.

Winterlandschaft Kaiserkrone
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Passende Kleidung und Ausrüstung: Neben wetterfester Bekleidung empfehlen wir, eine gewisse Grundausrüstung immer dabei zu haben: Stirnlampe, Verbandspäckchen, Rettungsdecke, eine Notration Wasser und ausreichende Verpflegung. Passen Sie Ihre Ausrüstung der Unternehmung und der Jahreszeit an. Tragen Sie festes Schuhwerk, Gebirgswege sind fordernd. [Foto Ausrüstung]

Packliste:

  • Regenjacke/Regenhose
  • Kopfbedeckung bei Sonne
  • Wechselwäsche
  • ausreichend Getränke und Proviant
  • Karte
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Geldbeutel
  • Handy und Powerbank
  • Erste-Hilfe-Set
  • Zecken- und Sonnenschutz
  • Je nach Jahreszeit: Mütze, Handschuhe, warme Jacke, ggf. Grödel
Wetter
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Stirnlampe mitnehmen: Falls es später wird als geplant und Sie in die Dunkelheit hineinwandern, sorgt eine Stirnlampe für gute Sicht und mehr Sicherheit.

Handy aufladen: Ein voller Akku sowie eine geladene Powerbank als Reserve kann im Notfall lebensrettend sein. Halten Sie Ihr Handy einsatzbereit.

Das Wetter im Blick behalten: Beachten Sie den Wetterbericht – schnell kann ein leichter Weg schwer werden, wenn sich das Wetter ändert (Glätte, Nebel, Schnee). Schauen Sie auch ab und an in den Himmel. Brechen Sie bei einem drohenden Gewitter besser die Tour ab.

Taschentuch
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Müll wieder mitnehmen: Müll ist alles, was vor Ihrem Besuch nicht da war. Bitte nehmen Sie auch Taschentücher wieder mit.

Markierte Wege nutzen: Vermeiden Sie Abkürzungen und Querfeldeingehen, kehren Sie bei Unsicherheit lieber zum letzten markierten Punkt zurück und orientieren sich neu. Im Nationalpark gilt zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt das Wegegebot!

Ihre Grenzen kennen: Schätzen Sie Ihre Fähigkeiten und Ihre Kondition realistisch ein. Beginnen Sie gerade als Anfänger mit leichten und kurzen Touren. Gewöhnen Sie sich langsam an das Gebiet. Selbstüberschätzung kann eine große Gefahr sein. Im Elbsandstein gibt es teilweise sehr steile Anstiege, viele Leitern und Treppen und ausgesetzte Wege – achten Sie auf Trittsicherheit. Körperliche Erschöpfung kann Ihre Konzentration stark einschränken. Legen Sie regelmäßige Pausen ein und sparen Sie Ihre Kraft, um Reserven zu haben. Starten Sie nicht übermüdet oder unter Alkoholeinfluss auf eine Wander- oder Radtour und vermeiden Sie Mittagshitze und Dunkelheit.

Gefahren durch Totholz
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Erhöhte Baumbruchgefahr in Teilen des Nationalparks – besonders bei Starkwind und Regen

Grundsätzlich gilt: Sie betreten Wald immer auf eigene Gefahr.

Nach mehreren Jahren der Trockenheit und immer mehr Borkenkäfern ist ein großer Teil der Fichten im Nationalpark abgestorben. Durch die toten Bäume besteht erhöhte Baumbruchgefahr, besonders bei Sturm. Schauen Sie regelmäßig nach oben in die Baumkronen über Ihnen. Bleiben Sie nicht unter schräg stehenden Bäumen, abgebrochenen Ästen oder Baumspitzen stehen, die noch in den Kronen anderer Bäume hängen.

Es gibt eine Vielzahl von Gefahren im Wald, die nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar sind. Wer jedoch weiß, worauf er achten muss, kann viele Risiken frühzeitig erkennen und vermeiden. Da wir immer wieder beobachten, dass Gefahren unterschätzt oder übersehen werden, haben wir eine kurze Übersicht für Sie zusammengestellt. Sie soll Besucher des Nationalparks sensibilisieren und dabei helfen, sich sicherer im Gelände zu bewegen.