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16.01.2026

Besondere Waldpflege für einen besonderen Wald bei Hohnstein am Brand im Nationalpark

Besonders schonendes Arbeiten für die Artenvielfalt und den Waldbrandschutz

Die Wälder im Brandgebiet im Nationalpark Sächsische Schweiz sind vielen Menschen vertraut. Nicht nur Hohnsteiner, sondern Erholungssuchende aus der weiten Umgebung kennen sie und verbinden damit vor allem hohe Buchenwälder, bequeme Spazierwege und die Vorfreude auf eine schöne Aussicht und gutes Essen an der Brandgaststätte. 

In Naturschutz- und Forstkreisen sind diese Wälder vor allem wegen ihrer Vielfalt der hier anzutreffenden Baumarten bekannt, die zur natürlichen Vegetation im Nationalpark zählen und deshalb als besonders wertvoll gelten. Das trug auch dazu bei, dass das Nationalparkrevier Hohnstein als eines von 13 Beispielrevieren im Freistaat Sachsen ausgewählt wurde. 

Diese Wälder liegen im sogenannten Pflegebereich des Nationalparks. Im Gegensatz zum Ruhebereich, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt, wird der Wald hier weiterhin gepflegt. Ein Grund ist, dass hier in der Nationalparkregion auch ein Schwerpunkt der Verbreitung von Weißtannen ist. Die Förster der Nationalpark- und Fortverwaltung fördern das Wachstum dieser Art mit gezielten Maßnahmen. Auch viele andere eher seltene Baumarten werden gefördert, damit sich die gewünschten naturnahen und vielfältigen Mischwälder entwickeln. So ist es in den entsprechenden Pflege- und Entwicklungsplänen für den Nationalpark verankert.

Die Pflegemaßnahme im Bereich der Brandstraße fördert einen dichten Unterwuchs aus Laubbäumen, was die Waldbrandgefahr rund um Hohnstein verringert. Auch die überdurchschnittliche Zahl an Erholungssuchenden profitieren davon, dass besonders bruch- oder sturzgefährdete Bäume entlang von Wegen entnommen werden können.

Förster Frank Wagner leitet seit über 30 Jahren das Revier Hohnstein und hat mit großer Sorgfalt die Maßnahmen vorbereitet, die den Besonderheiten dieses Waldgebiets gerecht werden. 

Eigene Forstwirte der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst fällen die zu entnehmenden Bäume mit besonderer Sorgfalt, damit jüngere Bäume nicht beschädigt werden. Wendige und bodenschonende Rückepferde ziehen die Stammabschnitte an die Rückewege, wo sie von einem Schlepper mit Transportwagen aufgenommen und zu den Polterplätzen an der Brandstraße gefahren werden. Große Vollernter und Tragschlepper, die sogenannten Harvester und Forwarder, kommen hier nicht zum Einsatz.

Besonders die Eiche und andere Laubbäume wie Ahorn, Ulme, Eibe und Linde werden zwischen den dominierenden Rotbuchen erhalten und gefördert. In die Lücken, die die gefällten Bäume zurück lassen, fällt künftig mehr Licht von oben. Das fördert das Wachstum der jüngeren Bäume und stärkt die Vielfalt. An bestimmten Stellen, zum Beispiel am Malerweg am großen Sauteich, werden besonders starke Eichen von konkurrierenden Bäumen freigestellt, damit sie sich gut entwickeln und weiter als Samenbäume für die Zukunft dienen können.

Alte und abgestorbene Bäume bleiben stehen, Totholz bleibt als Lebensraum für Insekten und Pilze erhalten.

Da der Waldteil schon lange artenreich ist, fallen bei der Durchforstung auch Baumarten wie Buchen, Kiefern oder sogar einzelne Eichen an. Das Holz, das bei den Arbeiten anfällt und verkauft werden kann, ist zwar nicht der Hauptzweck der Pflegemaßnahme, trägt aber dazu bei, die Kosten zu decken. Die Laubholzabschnitte mit der höchsten Qualität gehen an ein regionales Sägewerk.

Auf etwa fünf Hektar vor allem entlang der Brandstraße und am Ortsrand von Hohnstein werden Reisig und Restholz gesammelt und später gehäckselt, um das Risiko von Waldbränden zu verringern. 

Die Waldarbeiten werden noch bis zum 30.01.2026 andauern., Solange bleibt der Räumigtweg zwischen Neuweg und Brandstraße gesperrt ist. Umleitungen (auch des Malerwegs) sind vor Ort ausgeschildert oder können im Wegeservice der Nationalpark- und Forstverwaltung nachgesehen werden https://nationalpark-saechsische-schweiz.de/warnungen/waldpflegemassnahmen-im-brandgebiet .

Soweit Schäden an Wegen entstehen, werden diese nach der Maßnahme repariert.