Wissenschaftlicher Beirat der Nationalparke Böhmische und Sächsische Schweiz tagt grenzübergreifend
Monitoringprojekte stehen im Vordergrund:
In der letzten Woche kamen die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Nationalparke Böhmische und Sächsische Schweiz und Mitarbeitende aus dem Bereich Forschung und Monitoring beider Nationalparkverwaltungen zusammen und tauschten sich zu aktuellen Forschungsergebnissen aus den beiden angrenzenden Schutzgebieten aus. Das Arbeitstreffen fand im NationalparkZentrum der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst in Bad Schandau statt. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf den laufenden Monitoring-Aktivitäten und aktuellen Projekten.
Wie entwickelt sich die Artenvielfalt auf den Flächen des Waldbrands von 2022, wie kann das Rotwild-Management durch grenzüberschreitende Beobachtung verbessert werden, wie ist der Feuersalamander verbreitet, und wie ist der Zustand des Lebermooses Hygrobiella laxifolia, das als arktisch-alpine Art sowohl in Tschechien als auch in Deutschland ausschließlich im Elbsandsteingebirge vorkommt? Diese und weitere Fragen beantworteten die Referentinnen und Referenten im Rahmen von Kurzvorträgen. Dabei präsentierten sie interessante Ergebnisse:
- Auf den Waldbrandflächen untersuchten Wissenschaftler 16 verschiedene Organismengruppen wie Fledermäuse, Heuschrecken, Laufkäfer, Moose und Pilze. Dabei fanden sie zahlreiche in Tschechien und Deutschland sehr seltene Arten, darunter – besonders spannend – Arten, die ausschließlich auf Waldbrandflächen vorkommen.
Einen Notfallplan für den Fall, dass die Salamanderpest auch den Feuersalamander im Elbsandsteingebirge befällt. Momentan ist der Pilz hier noch nicht nachgewiesen. In anderen Regionen und Schutzgebieten, beispielsweise im Nationalpark
Eifel hat er in den letzten Jahren über 90 % der Population des Feuersalamanders abgetötet.
Die Lebermoos-Art Hygrobiella laxifolia leidet unter Hitze und Trockenheit, die mit dem Klimawandel zunehmen.
Weitere Informationen
Das Elbsandsteingebirge ist ein grenzübergreifender Naturraum, der in beiden Staaten ähnliche bis gleiche Lebensraumbedingungen für Tiere und Pflanzen bietet.
Deshalb liegt es nahe, dass Wissenschaftler aus beiden Staaten Forschungsergebnisse aus dem jeweils anderen Staat austauschen. Dem grenzübergreifenden Wissenschaftlichen Beirat gehören elf tschechische und dreizehn deutsche Experten unterschiedlicher Fachgebiete, wie Ökologie, Biologie, Geologie, Forstwissenschaften, Archäologie sowie Regional- und Tourismusforschung an.
Das Gremium berät sich zum Forschungsbedarf in den beiden Nationalparken und Landschaftsschutzgebieten in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz. Zudem plant und koordiniert es die Forschungsaktivitäten auf beiden Seiten der Grenze. Der grenzübergreifende Austausch des Expertenkreises findet in der Regel zweimal pro Jahr statt und dabei abwechselnd im Nationalpark Böhmische und Sächsische Schweiz.
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Foto: K. Partzsch
Foto: Uwe Borrmeister (6. v. l.), Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst, begrüßte die Teilnehmenden der Wintertagung des Wissenschaftlichen Beirats der Nationalparke Böhmisch-Sächsische Schweiz an der Elbe in Bad Schandau vor der Kulisse des Liliensteins, dem Symbolberg der Nationalparkregion.