Alle Jahre wieder: Nationalpark- und Forstverwaltung baut und betreut Schutzzäune für Amphibien in Ostrau und Waltersdorf
Wer hilft mit? Aufruf an Anwohnerinnen und Anwohner in und um Waltersdorf!
Rangerinnen und Ranger der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst haben letzte Woche Amphibienschutzzäune in Ostrau und Waltersdorf errichtet. Denn sobald die Witterung wieder feuchter wird, wandern Frösche, Kröten, Molche und andere Amphibien von Ende Februar bis Ende April von ihren Landlebensräumen zu den Laichgewässern. Die Zäune sollen verhindern, dass die Tiere auf Straßen geraten, wo sie vielfach von den Reifen überrollt oder auch durch die Druckverhältnisse ohne direkten Kontakt mit den Kraftfahrzeugen sterben. Tempo 50 ist dabei meist schon tödlich.
Die von der Nationalpark- und Forstverwaltung vorübergehend aufgestellten Mattenzäune hindern die Amphibien daran, unter den Zäunen durchzukriechen oder sie zu überspringen. Stattdessen geraten die Tiere in eingegrabene Eimer. Aus diesen nehmen die Rangerinnen und Ranger sie täglich heraus und bringen sie über die Straße. Teilweise sind auch Anwohner dankenswerterweise bereit, diese Aufgabe zu übernehmen.
Die Ranger der Nationalpark- und Forstverwaltung erfassen die Amphibienarten und die Anzahl pro Art, die sie in den Eimern finden. Demnach sichteten sie an den Waltersdorfer Zäunen in den letzten Jahren vor allem Erdkröten, Grasfrösche und gelegentlich sogar Bergmolche.
Am Zaun in Ostrau waren bisher Erdkröte und Teichfrosch die festgestellten Hauptarten der Amphibienwanderung. Obwohl an beiden Standorten immer noch zahlreich Tiere wandern, deuten die erfassten Zahlen auf einen Rückgang bei den verschiedenen Amphibienarten hin.
Ronny Goldberg, Referent für Artenschutz bei der Nationalpark- und Forstverwaltung, kennt die weiteren verschiedenen Gefährdungen von Amphibien: „Dazu gehört der Klimawandel mit geringeren Niederschlägen, höheren Temperaturen und einer längeren Sonneneinstrahlung in den Frühjahrs- und Frühsommermonaten. Mancherorts spielt auch der Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger in der Landwirtschaft eine Rolle.“
In anderen Regionen ist der Verlust von Teichen oder fehlende Schutzzäune verantwortlich für den Rückgang der Amphibienzahlen. Durch die Eigentümer der Teiche der Sächsischen Schweiz, den Einsatz der Ranger und vieler Freiwilliger in der Nationalparkregion können zumindest diese beiden Gefährdungsfaktoren ausgeschlossen werden.
Die Ranger der Nationalpark- und Forstverwaltung werden die temporären Amphibienschutzzäune bis Anfang Mai wieder entfernen.
Bis dahin suchen sie in und um Waltersdorf noch Helferinnen und Helfer, die in den Abendstunden die Tiere in den Eimern entlang des Zauns zählen und über die Straße bringen. Wer dabei unterstützen möchte, meldet sich bitte bei Jan-Christian Gibson, Naturschutzfachmann der Nationalpark- und Forstverwaltung, unter der Telefonnummer 01525-9608524 oder per E-Mail an Jan-Christian.Gibson@sachsenforst.sachsen.de. Die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst bedankt sich schon vorab bei allen, die diese wichtige Naturschutzarbeit ehrenamtlich unterstützen.
BU
Fotos: K. Partzsch
Foto 2: Ranger Martin Miedtank von der Nationalparkwacht der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst vergräbt einen von mehreren Eimern entlang des Amphibienschutzzauns. Der Mattenzaun verhindert, dass wandernde Amphibien auf die Straße gelangen und durch Kraftfahrzeuge zu Tode kommen. Die Tiere geraten stattdessen in die Eimer. Mitarbeitende der Nationalpark- und Forstverwaltung kontrollieren die Behälter zweimal täglich und bringen die Tiere sicher über die Straße.