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19.03.2026

Fast 20 Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt bei der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz im Einsatz für naturnahe Wälder

Würzburg / Bad Schandau, 19. März 2026: In dieser Woche sind fast 20 Freiwillige wieder mit dem Bergwaldprojekt e.V. in den Wäldern der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst im Einsatz. In den Forstrevieren Bielatal, Berggießübel und Königstein führen die Teilnehmenden gemeinsam u. a. Pflege- und Pflanzarbeiten im Wald durch. Mit ihrem Engagement unterstützen die Freiwilligen den Waldumbau hin zu naturnahen, klimastabilen Mischwäldern. Zugleich soll der Einsatz für die akuten Bedrohungen der natürlichen Lebensgrundlagen und einen achtsamen Umgang mit diesen Ressourcen sensibilisieren. 

In Zusammenarbeit mit der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst und unter der Anleitung von Paul Schneider vom Bergwaldprojekt e.V. übernehmen die Teilnehmenden der Bergwaldprojekt-Woche vielfältige Arbeiten im Wald: Sie pflanzen zum Beispiel 800 Schwarzerlen entlang von Bächen im Forstrevier Bielatal. Die Baumart gedeiht natürlicherweise an nassen bis feuchten Standorten. An den nun bepflanzten Bachläufen ersetzt sie standortswidrige Fichten, welche die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter der Nationalpark- und Forstverwaltung im Voraus zur Bergwald-Projektwoche und im Zuge der geplanten Waldpflege entnommen haben. Die Freiwilligen bereinigen zudem Bachtälchen von Holzresten, wie Ästen und Zweigen, die nach der Waldpflege zurückgeblieben sind. Dies dient der Vorbereitung weiterer Pflanzungen und ermöglicht die Säuberung von Gewässerrandstreifen zum Hochwasserschutz. 

Im Forstrevier Königstein fördern die Teilnehmenden sogenannte Zielbäume. Das sind Bäume, die sich durch eine besondere Vitalität und Qualität auszeichnen. Die Freiwilligen schneiden diese Zielbäume von bedrängenden Bäumen frei und reduzieren so die Konkurrenz um Licht und Nährstoffe. Nicht zuletzt unterstützt die Gruppe die Pflege von Waldaußenrändern. Dabei fördert sie blühende und fruchtende Baum- und Strauchstrukturen, die Vögeln und anderen Tieren Nahrung bieten, darunter eine Schlehenhecke. Diese schneiden die Freiwilligen stark zurück, damit sie sich wieder verjüngen und kräftig austreiben kann.

Uwe Borrmeister, Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung über den Einsatz: „Wir freuen uns sehr über das große Engagement der Freiwilligen, mit dem sie uns bei der Waldpflege und dem naturnahen Waldumbau vor Ort in den Revieren der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst unterstützen. Gemeinsam leisten wir einen wertvollen Beitrag für den Erhalt des Waldes und die Förderung gemischter, stabiler und artenreicher Wälder der Zukunft.“ 

Paul Schneider (Projektleiter Bergwaldprojekt e.V.) ergänzt: „Die Teilnehmenden lernen bei ihrer gemeinsamen Arbeit nicht nur die enorme Bedeutung von Wäldern u. a. für Klima und Biodiversität kennen, sondern entwickeln auch neue Beziehungen zur Natur. Die gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert die Teilnehmenden oftmals auch darin, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten. Sie tragen somit zur dringend notwendigen sozial-ökologischen Transformation bei.“

Die Einsatzwochen werden von Bildungsarbeit begleitet und dadurch auch die durchgeführten Arbeiten in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang gesetzt. In der Bergwaldprojekt-Woche laden Experten der Nationalpark- und Forstverwaltung die Teilnehmenden zu einer Exkursion ein, bei der sie die vielfältigen Aspekte der Ökosysteme in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz näher kennenlernen und deren Bedeutung besser verstehen können. Das konkrete Beispiel hilft dabei, die globalen ökologischen Krisen, aber auch individuelle Handlungsmöglichkeiten zu veranschaulichen.

Untergebracht werden die Freiwilligen für die Woche in einem Gruppenhaus in Mehrbettzimmern. Eine Köchin des Bergwaldprojekts kümmert sich um die vegetarische, biologische und möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Ehrenamtlichen.

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt organisiert seit über 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. 2026 bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland mehr als 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden über 170 Projektwochen an ca. 90 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Der Verein finanziert seine Arbeit größtenteils aus Spenden. Dieses Jahr finden zudem 15 einzelne Arbeitstage im Frühjahr und im Herbst in ganz Deutschland statt, an denen unter anderem standortheimische Bäume gepflanzt werden.

Das Bergwaldprojekt ist für den Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet.

HINWEIS AN REDAKTIONEN: Sie sind herzlich eingeladen, sich selbst einen Eindruck von den Arbeiten vor Ort zu machen. Vereinbaren Sie dazu bitte einen Termin unter 0931 991 220 11 oder presse@bergwaldprojekt.de.

BU:
Fotos: K. Noritzsch

Foto: 
Entlang von Bächen im Forstrevier Bielatal haben die Freiwilligen des Bergwaldprojekts junge Schwarzerlen-Bäumchen gepflanzt. Diese ersetzen hier standortswidrige Fichten, die die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter der Nationalpark- und Forstverwaltung im Voraus zur Bergwald-Projektwoche und im Zuge der geplanten Waldpflege entnommen haben.