© Urheberrecht
24.04.2026

Gute Brutnachrichten in der Nationalparkregion für seltene Arten wie Zwergschnäpper

Ornithologischer Jahresbericht 2025 liegt vor:

 Erstmals präsentiert die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst einen ornithologischen Jahresbericht für die Nationalparkregion Sächsische Schweiz. Die rund 60-seitige Publikation richtet sich mit zahlreichen Steckbriefen, etwa 60 Bildern und 20 Diagrammen nicht nur an Experten sondern besonders auch an alle Interessierte in der Nationalparkregion. Die Zusammenstellung relevanter Ergebnisse aus den Vogelerhebungen des Jahres 2025 und langjährigen Trends ist ab sofort zum Download unter www.nlpfv.de als PDF-Datei sowie auf Nachfrage über die Postadresse der Nationalpark- und Forstverwaltung auch als Broschüre erhältlich.

Die Nationalparkregion Sächsische Schweiz bietet mit ihrer einmaligen Landschaft für die Vogelwelt Habitate von unschätzbarem Wert. Seit mehreren Jahrzehnten erhebt die Nationalpark- und Forstverwaltung mit großem Aufwand Daten zu den seltenen Vogelarten in der Nationalparkregion. Die hauptamtlichen Kartierer, die überwiegend aus den Reihen der Ranger der Nationalpark- und Forstverwaltung stammen, werden dabei tatkräftig von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. 

Uwe Borrmeister unterstreicht beim Erscheinen des Jahresberichts die Bedeutung der Nationalparkregion für die Vogelwelt: „Wir freuen uns sehr, dass das Brutjahr 2025 für bestimmte, wichtige Arten im Nationalpark Sächsische Schweiz ein überdurchschnittlich gutes Jahr war. Insbesondere aufgrund der einmaligen Felsgebiete in unserer Nationalparkregion haben seltene Arten hier ganz besondere Lebensräume, wie sie im Rest des Landes kaum anzutreffen sind. Daher wurden in der Vergangenheit für Einzelarten bereits Ergebnisse in Fachpublikationen veröffentlicht. Der frisch gedruckte Jahresbericht 2025 ist ein Gemeinschaftswerk – unseren Rangern und insbesondere auch unseren vielen ehrenamtlichen Helfern gebührt ein großer Dank! Für die Leserschaft sind die bekanntesten Vogelvertreter wahrscheinlich die scheuen Großvogelarten Wanderfalke, Uhu und Schwarzstorch. Aber auch für weniger bekannte Arten ist die Region von enormer Bedeutung – so z.B. dem Zwergschnäpper, dessen Hauptvorkommen in Sachsen im Nationalpark Sächsischen Schweiz liegt.“

Eine kleine ornithologische Sensation: Die Kartierer verzeichneten 2025 erstmals seit Dokumentation der Brutergebnisse vier Zwergschnäpperbruten im Nationalpark. Diese seltene Vogelart ist auf alte, strukturreiche Buchenwälder angewiesen.

Obwohl sich langjährig sowohl beim Wanderfalken als auch beim Schwarzstorch eher negative Entwicklungen beim Bruterfolg abzeichnen, verlief das Brutjahr 2025 für beide Arten eher erfreulich. 

In der gesamten Nationalparkregion wurden drei Schwarzstorchpaare verzeichnet, von welchen zwei brüteten und sieben Jungvögel flügge wurden – ein sehr gutes Ergebnis im langjährigen Vergleich. 
Alle 15 im Jahr 2025 dokumentierten Wanderfalkenpaare in der Nationalparkregion haben gebrütet – ebenfalls ein langjährig gutes Ergebnis. Sie zogen 19 flügge Wanderfalkenjungvögel groß. 

Weiterhin thematisiert der ornithologische Jahresbericht 2025 z.B. die Ergebnisse und Zusammenhänge des Schwarzspecht- und Kleineulenmonitorings im Nationalpark oder Brutergebnisse des Seeadlerpaares.

Speziell im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz freut sich die Nationalpark- und Forstverwaltung über Hinweise zu bemerkenswerten Sichtungen seltener Vogelarten oder neuer Brutplätze. Dabei ist jedoch geboten, brütende Vögel nicht zu stören und immer von den Gelegen Abstand zu halten. Kein Foto ist es wert, dass die Altvögel den Brutplatz aufgeben und eventuell sogar Jungvögel sterben.

Ansprechpartner für verschiedene Artmeldungen aus der ganzen Nationalparkregion sind Jan-Christian Gibson (Jan-Christian.Gibson@sachsenforst.sachsen.de) oder Ronny Goldberg (Ronny.Goldberg@sachsenforst.sachsen.de).

Hier geht es zum Download des ornithologischen Jahresberichts 2025 für die Nationalparkregion Sächsische Schweiz: https://nationalpark-saechsische-schweiz.de/spa-gebiete-in-der-nationalparkregion


BU 

Foto: Michael Hörenz

Die Sächsische Schweiz stellt mittlerweile in Einzeljahren rund die Hälfte aller sächsischen Wanderfalken-Brutpaare. Damit trägt die Nationalparkregion für den Erhalt der Art eine besondere Verantwortung. Von den 15 beobachteten Paaren haben 2025 auch alle 15 gebrütet. Insgesamt erfreuliche 19 Jungvögel wurden flügge.