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11.06.2026

Neue kulturhistorische Station in der „Waldhusche“ Hinterhermsdorf

Ein Wildzaun nach alter Bauweise bietet Geschichte zum Anfassen im beliebten Walderlebnisgelände:

 Die Forst-Azubis im zweiten Lehrjahr der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst haben mit dem Wiederaufbau der historischen Wildzaun-Station am Aschehübelweg dem beliebten Walderlebnisgelände eine wichtige Station zurückgegeben. Sie befand sich bereits früher auf dem Gelände, lag ein wenig versteckt und war in die Jahre gekommen. Die jungen Auszubildenden haben sie an einem zentraleren Standort direkt an den Wanderwegen neu aufgebaut. Für die Azubis war das eine spannende Abwechslung und brachte sie mit den Herausforderungen früherer Zeiten in Verbindung. Für Besucherinnen und Besucher ist die Station deutlich leichter zu finden und zu erleben als am alten Standort. 

Der Wildzaun erzählt ein spannendes Kapitel regionaler Waldgeschichte. Als die königliche Jagd auf Hochwildarten immer strenger reguliert wurde und die Forstwirtschaft wichtiger wurde, wurde das allgemeine Recht der Waldweide für das Vieh der dörflichen Bevölkerung mehr und mehr eingeschränkt. Der hohe Wildbestand richtete jedoch erhebliche Schäden auf den Feldern der Bevölkerung an. Um Äcker und Wiesen zu schützen, entstand ein weitläufiges Wildzaunsystem, das sich von Hinterhermsdorf bis nach Bad Schandau erstreckte. 

Ein wesentliches Kennzeichen der aufwendigen Zäune waren besondere nur einseitig funktionierende trichterförmige „Einsprünge“ mit losen Latten zum Wald hin. Zusammen funktionierten sie wie eine überdimensionierte Fischreuse, durch sie konnte das Wild zwar in den Wald hinein, eine Rückkehr in Richtung der Felder war jedoch unmöglich. Für Mensch und Pferd gab es an den Wegzugängen besondere nur einseitig funktionierende Schwingtore.

Der Unterhalt des Zauns war damals Gemeinschaftsaufgabe. Jedes Dorf innerhalb der Gemarkung musste seinen Abschnitt pflegen und instandhalten.

„Mit dem neuen zentraler gelegenen Standort rücken wir diese spannende Heimatgeschichte wieder stärker in den Blickpunkt. Der Wildzaun macht erlebbar, wie Menschen früher mit den Herausforderungen der gesetzlichen Regelungen zu Wald, Wild und Landwirtschaft umgingen. Damit laden wir dazu ein, die Geschichte der Region auf anschauliche Weise kennenzulernen und einen Besuch auf dem Walderlebnisgelände mit einer kleinen Zeitreise mitten in der Natur zu verbinden“, sagt Dr. Karolin Tischer, Leiterin im Fachbereich Besucherzentren und Umweltbildung der Nationalpark- und Forstverwaltung.

Bildunterschrift:

Foto: Hp. Mayr

Die Azubis im zweiten Lehrjahr der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst haben mit dem Wiederaufbau der historischen Wildzaun-Station am Aschehübelweg dem beliebten Walderlebnisgelände Waldhusche in Hinterhermsdorf eine Erlebnisstation zurückgegeben.

Vom Fällen und Schälen der Stämme für den Zaunbau bis zum Setzen der Pfähle war dies für Leo Kajer, Sasha Schramm, Mia Mlinzk (v. v. n. h.) sowie Ben Hartmann und Timo Dambuk (hinten v. l. n. r.) eine abwechslungsreiche Aufgabe und wertvolle Ergänzung ihrer sonstigen Ausbildungsinhalte.