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27.05.2026

Neue Schilder im Nationalpark Sächsische Schweiz – Besser verstehen, worauf es ankommt

Perspektive sensibler und geschützter Arten soll Akzeptanz fördern:

 Zum Saisonstart hat die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst neue Schilder im Nationalpark Sächsische Schweiz aufgestellt, um besser über die im Schutzgebiet geltenden Verhaltensregeln zu informieren. Die dreisprachigen Texte auf den Schildern sind aus der „Sicht“ der Tier- und Pflanzenarten formuliert, die am konkreten Ort im Nationalpark vorkommen und die bei einem schädigenden Verhalten von Besuchern beeinträchtigt werden können. Sie beinhalten Informationen zur Lebensweise der jeweiligen Art und zu den sich daraus ergebenden Vorsichtsmaßnahmen und Regeln. Die Perspektive der Lebewesen soll dabei Verständnis und Akzeptanz bei den Besucherinnen und Besuchern des Nationalparks fördern. 

Mit den neuen Informationstafeln möchte die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz vielfach festgestellten Regelverstößen in den besonders sensiblen Bereichen des Schutzgebiets vorbeugen. Wenn Besucherinnen und Besucher die offiziellen Wege verlassen und sich abseits davon ins Gelände bzw. ans Flussufer begeben, bekommen dies die Tiere, die sich dort jenseits der Wege aufhalten, aufgrund ihrer hohen Sinnesleistungen sofort mit. Sie können sich an dieser Stelle dann nicht mehr sicher sein, werden bei der Nahrungsaufnahme gestört oder beim Aufziehen  ihres Nachwuchses beunruhigt. 

Trittempfindliche Pflanzen wie Schwarze Krähenbeere, Preiselbeere oder Besenheide, die am Wegesrand oder in der Umgebung von Aussichten wachsen, werden durch das Verlassen der Wege immer weiter zurückgedrängt und verschwinden an diesen Standorten irgendwann ganz. Häufig unterschätzt sind auch die großen Auswirkungen von Menschen und Hunden, die Flüsse wie Kirnitzsch und Polenz betreten oder darin baden. Manche im Wasser lebende Arten werden dadurch unmittelbar gefährdet, wie die Groppe, die sich im steinigen Untergrund versteckt, oder die Larven des Bachneunauge, die jahrelang im feinen Sand von Bächen verharren.

„Unser Eindruck ist, dass viele Besucherinnen und Besucher nicht mit den im Nationalpark Sächsische Schweiz geltenden Regeln vertraut sind oder dass die Kenntnis und somit auch das Verständnis dafür fehlt, warum sie wichtig sind. Mit den neuen Tafeln wollen wir bei den Gästen des Schutzgebiets das Bewusstsein für die Bedürfnisse der hier lebenden Arten und somit die Akzeptanz für die Regeln fördern“, sagt Maren Pussak, Leiterin des Fachbereiches „Naturerleben und Besuchermanagement“ der Nationalpark- und Forstverwaltung.

„Die Beachtung der Verhaltensregeln ist wichtig, um gemeinsam jene besondere Natur zu schützen und zu bewahren, die die Besucherinnen und Besucher hier bei uns in der Nationalparkregion erleben wollen, heute und in Zukunft“, ergänzt Uwe Borrmeister, Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst, „wir danken allen Gästen, die unter Berücksichtigung der Regeln achtsam unterwegs sind“.

Neben den neuen Schildern informiert die Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst auch auf ihrer Internetseite unter

Verhalten & Regeln - Nationalpark Sächsische Schweiz

sowie in zwei anschaulichen Kurzfilmen über die Verhaltensregeln im Nationalpark Sächsische Schweiz:

So geht Nationalpark - YouTube: Verhaltensregeln im Nationalpark Sächsische Schweiz einfach erklärt.

Jenseits der Wege im Nationalpark Sächsische Schweiz - YouTube – Warum es so wichtig ist, das Wegegebot im Nationalpark Sächsische Schweiz zu achten.

Rechtlich geregelt sind die Ge- und Verbote für den Nationalpark und das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz in der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über die Nationalparkregion Sächsische Schweiz, online verfügbar unter REVOSax Landesrecht Sachsen - VO Nationalparkregion Sächsische Schweiz.

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Foto: Peter Hübner

Auf beliebten Aussichten besteht häufig das Problem, dass Pflanzen durch Trittbelastung direkt beeinträchtigt werden und absterben. Ihre Wurzeln können die Erde nicht mehr festhalten und die Felskuppen rings um die Aussicht verkahlen. Erika und Heidelbeersträucher mögen keine botanischen Besonderheiten sein, aber sie sind die typischen Überlebenskünstler der Sächsischen Schweiz, die trotz Nährstoffarmut und trockener Verhältnisse hier gedeihen können. Informationstafeln machen wie hier an der Carolaaussicht darauf aufmerksam und sollen Verständnis für die niedrigen Geländer wecken, die Besucher dazu animieren sollen, die Pflanzen nicht zu schädigen.