Renaturierung des Feuchtbiotops „Marschners Büschel“ bei Rathewalde abgeschlossen – Ein Gewinn für Natur und Region
Vor wenigen Tagen erst eröffnete der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch nach dem Sturm und intensiven Aufräumarbeiten der Nationalpark- und Forstverwaltung bei Rathen den Basteiweg im Nationalpark als wichtigsten Wanderweg der Region. Nun kam er kürzlich erneut in die Nationalparkregion zur Besichtigung der Renaturierung der Teichanlage „Marschners Büschel“ bei Rathewalde, um das große ehrenamtliche Engagement der Rathewalder Bürger für ihren Ort zu würdigen. Er lobte das Projekt und dessen Macher: „Der große Einsatz der Rathewalder Bürgerinnen und Bürger zeigt, was sich erreichen lässt, wenn Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen und mit Behörden, Verbänden und weiteren Partnern zusammenarbeiten. Gemeinsam mit der Nationalpark- und Forstverwaltung und dem Landschaftspflegeverband ist hier eine kostengünstige und wirkungsvolle Maßnahme zum Erhalt der Kulturlandschaft entstanden. Dieses Projekt kann ein Vorbild für ganz Sachsen sein.“
Die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst hat das Projekt zur Renaturierung des Flächennaturdenkmals federführend begleitet, Helfer vernetzt, Ingenieurwissen und nicht zuletzt Fördermittel organisiert, um dieses besondere Projekt am Rande des Nationalparks in der Kulturlandschaft der Sächsischen Schweiz erfolgreich umsetzen zu können. Das wertvolle Feuchtgebiet drohte zu verlanden und ist nun wieder ein artenreicher Lebensraum und lebendiges Naturdenkmal in der Kulturlandschaft.
Der Teich war nicht nur stark verlandet, auch der Damm und der Mönch (das Bauwerk zur Regulierung des Wasserstandes) waren beschädigt. Die Wasserfläche war fast vollständig verschwunden. Ohne Entschlammung und Reparaturen wäre dieses Feuchtbiotop als Habitat für Amphibien, Insekten und Pflanzen verloren gegangen. Zudem breitete sich bereits das nicht gebietsheimische Drüsige Springkraut aus. Ziel war es, die ökologischen Funktionen wiederherzustellen und eine Gewässeraue mit Flachwasserzonen als Rückzugsort für seltene Arten wiederherzustellen.
Die Initiative dazu ging von engagierten Anwohnern wie dem ehemaligen Gebietsbetreuer Dr. Bär aus. Bei einem Workshop der Nationalpark- und Forstverwaltung, der Umweltgruppe der Philippuskirchgemeinde Lohmen und des Landschaftspflegeverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V. zum Erhalt der Kulturlandschaft setzten die Teilnehmer erste Impulse. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband, gefördert durch die Landesstiftung Natur und Umwelt und freiwillige Helfer, hat die Nationalpark- und Forstverwaltung das Projekt bis zur vollständigen Sanierung begleitet. Besonders erfreulich war die Unterstützung durch Rathewalder Einwohner.
Mit den umfangreichen Arbeiten wurden folgende Einzelmaßnahmen erreicht:
- Entschlammung, Anlage einer Teichinsel und Befestigung des Damms
- Reparatur und Neubau des Mönchs
- Entfernung invasiver Pflanzen – mit guten Chancen auf vollständige Beseitigung
- Wiederherstellung der Wasserfläche und Schaffung von Flachwasserzonen
Dabei fielen Kosten in Höhe von rund 10.000 € an, die durch den Naturschutzfonds der Landesstiftung Natur und Umwelt gefördert wurden.
Der vorwiegend ehrenamtlich erbrachte Arbeitsaufwand des Gemeinschaftswerks lag bei rund 450 Stunden. Einen Großteil davon leistete mit großem Engagement der zukünftige Gebietsbetreuer Holger Becker.
Die Gebietsbetreuung umfasst Pflege und Dokumentation des Gebiets, so bleibt „Marschners Büschel“ auch langfristig geschützt.
Der herzliche Dank gebührt allen Beteiligten – von den Fördergebern über die Behörden bis zu den vielen helfenden Händen vor Ort.
BU:
Bild: Foto: Florian Kapp
Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch freute sich über die Teichsanierung und würdigte das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer (stehend v.l.: Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch, Uwe Borrmeister, Leiter der Nationalpark und Forstverwaltung Sächsische Schweiz und Clemens Kunitzsch (Riverbalance), Planer der Teichsanierung).