Waldpflege im Forstrevier Bielatal in der Nationalparkregion erfüllt drei gesellschaftliche Ansprüche
Im Forstrevier Bielatal in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz hat Förster Marc Lachmann kürzlich eine Durchforstung organisiert, die dem Naturschutz, der Forstwirtschaft mit ihren historischen Wurzeln und der Ausbildung der Forstwirtschaftslehrlinge des dritten Lehrjahres in der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst diente.
Der Lampertsbach, ein Nebengewässer des Cunnersdorfer Baches, verlief viele Jahrzehnte durch dichten und dunklen Fichtenwald. Die Bachauen solcher Waldbäche sind aber auf ausreichend Lichteinfall angewiesen. Von Natur aus würden Eschen, Erlen und Weiden den Bachlauf begleiten. Deren Laub ist wiederum das wichtigste Grundnahrungsmittel für Insekten und andere Lebewesen, die in der Gewässersohle leben und das Laub zersetzen. Die Nadelstreu der Fichten hingegen können sie nicht oder nur wenig zersetzen. Sie bietet kein geeignetes Nahrungsangebot für die typischen im Gewässer lebenden Kleinlebewesen.
Durch die Nähe zum Bach waren die Fichten jedoch während ihres ganzen Lebens gut wasserversorgt und sind mit ihrem Alter von rund 120 Jahren zu respektabler Größe herangewachsen und können nun gut verwertet werden. Um diese Wuchsleistung zu würdigen, bot Förster Lachmann die großen Fichten einer Interessengruppe von Floßbauern aus Meißen an, die diese fachgerecht aber aufwendig nach historischen Vorbild mit Schrotsäge und Äxten von Hand fällten.
Weitere große Fichten wurden ebenfalls fachgerecht von angehenden Forstwirten des dritten Lehrjahrs der Nationalpark- und Forstverwaltung zu Fall gebracht und für den Abtransport zum Floßbau entastet, auf die richtige Länge geschnitten und bereitgelegt. Ausbilder Thomas Richter war dankbar für diese Gelegenheit, da die Aufbereitung von Langholzsortimenten und der Umgang mit den tonnenschweren Stammstücken bisher nicht auf dem Ausbildungsplan der angehenden Forstwirtin und ihrer jungen Kollegen standen. Souverän meisterten sie diese Aufgabe mit dem reizvollen Ausblick, dass die Stämme als Floß zusammengebunden auf der Elbe nach Meißen transportiert und dort in einem Sägewerk als Rohstoff für einen tragfähigen Dachstuhl aufbereitet werden.
Bildunterschrift:
Foto: Hp. Mayr
Forstrevierleiter Marc Lachmann plante die Fällung der großen Fichten zusammen mit der Renaturierung der Bachaue und pflanzte dafür bereits im Herbst junge Eschen. Nicht nur für Floßbauer war die Fällung der großen Stämme eine Besonderheit, auch die Azubis des dritten Lehrjahres mit Ausbilder Thomas Richter konnten damit ihre praktischen Fähigkeiten im Umgang mit den großen Stämmen trainieren.