10 Jahre „Gipfelpatenschaften“ für die Pflege von Kletterrouten im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz
Bergsteiger des Sächsischen Bergsteigerbundes und die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst engagieren sich seit 10 Jahren im Programm „Gipfelpatenschaften“ für die Pflege von Kletterrouten im linkselbischen Teil der Nationalparkregion Sächsische Schweiz.
Organisiert in der AG „Freischneiden“ im Sächsischen Bergsteigerbund, unterstützen rund 150 ehrenamtliche Bergsteiger die zuständigen Förster bei der Umsetzung der Bergsportkonzeption. In dieser sind allein im linkselbischen Bereich des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz insgesamt 370 Klettergipfel ausgewiesen. Gipfelpaten sind hier - vergleichbar zu den Wegewarten - verantwortlich für ihnen zugewiesene bestimmte Kletterrouten. Sie kontrollieren diese mindestens einmal pro Jahr und unterstützen beim regelmäßigen Freischneiden mit Augenmaß von Zuwegungen zu Kletterfelsen. Mehr als Dreiviertel dieser Gipfel befinden sich im Landeswald. Im Privat- und Körperschaftswald werden etwa die Hälfte der Gipfel von Gipfelpaten betreut.
Mit dem Modell der aktiven Patenschaft und verantwortlichen Freiwilligen gelingt es der Nationalpark- und Forstverwaltung und dem SBB gemeinsam, viele der abgestimmten Kletterrouten und Felszugänge in Ordnung und zugänglich zu halten. Dadurch kann Unmut bei Kletterern, weil Wege zuwachsen, zufallen oder einstmals sichere bestätigte Kletterrouten durch Bewuchs nicht mehr beklettert werden können, verhindert werden. Wäre dies der Fall, könnte auch eigenmächtiges Handeln Einzelner, die Bäume fällen oder wertvolle Felsbiotope „wegputzen“ zu Konflikten mit dem Naturschutz oder der Forstwirtschaft führen. Gipfelpaten sind hingegen geschult und ihr Handeln ist vom Grundsatz her mit den Forstrevierleitern abgestimmt.
Kürzlich eröffnete der Vorsitzender der AG Freischneiden, Günter Priebst, im 10. Jubiläumsjahr das 20. Arbeitstreffen mit rund 45 Gipfelpaten und Mitarbeitenden der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz in der Ottomühle. Mit einem herzlichen Grußwort richtete er einen großen Dank an alle aktiven Gipfelpatinnen und Gipfelpaten.
Der Leiter der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst, Uwe Borrmeister, würdigt das langjährige ehrenamtliche Engagement der Bergsteiger: „Die Nationalpark- und Forstverwaltung dankt allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz und freut sich auf viele weitere gemeinsame Jahre der verlässlichen und angenehmen Zusammenarbeit. Unser herzlicher Dank gilt allen Gipfelpatinnen und Gipfelpaten und insbesondere Günter Priebst, der als Vorsitzender seit nunmehr zehn Jahren die Einsätze mit viel Herzblut organisiert.
Die Gipfelpatenschaften sind ein lebendiges Beispiel für das von breiten Kreisen haupt- und ehrenamtlich getragene Engagement zum Schutz und der Pflege des Landschaftsschutzgebietes Sächsische Schweiz, dessen 70-jähriges Jubiläum die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachsenforst in diesem Jahre herausstellt. Das Modell trägt sowohl der über 150 Jahre alten Tradition des Klettersports als Weltkulturerbe, als auch dem Schutz der herausragenden Felsnatur mit den dort lebenden Tier- und Pflanzenarten Rechnung.“
Bei der gemeinsamen Exkursion zu den Wiesensteinen mit Förster Christian Schmidt war die gegenseitige Wertschätzung ebenfalls unverkennbar. Im Fokus stand die Pflege und Offenhaltung von über 200 Kilometern Wanderwegen und Kletterzugängen im Revier Ottomühle. Eine stetige Aufgabe, für die Revierförster Christian Schmidt nach eigener Aussage auf die Unterstützung durch die Gipfelpaten angewiesen ist. Ein sichtbarer Erfolg nachhaltigen Engagements im Forstrevier Ottomühle waren für die Teilnehmenden auch die von vielen Bergsteigern mitgepflanzten 20.000 Weißtannen als Beitrag zum Waldumbau in stabile Mischwälder in den letzten 10 Jahren. Auf einer Fläche von 32 Fußballfeldern erreichen unzählige Bäume der immer noch seltenen Nadelbaumart inzwischen eine Höhe von über drei Metern.
Revierförster Christian Schmidt erläuterte bei einem abendlichen Vortrag, wie heimische Wälder an das zukünftige Klima angepasst werden können. Anschließend begeisterte Rainer Reichstein, Bergsteiger und Vertreter der Schutzgemeinschaft Sächsische Schweiz, mit einem faszinierenden Vortrag über die Geologie und Entstehung des Pfaffensteins.
Felsen und Felslandschaften gehören zu den empfindlichen Lebensräumen und beherbergen auch seltene Tier- und Pflanzenarten. Während das Klettern im Laufe der Zeit zum Breitensport wurde, bleibt die Anzahl bekletterbarer Felsen begrenzt.
Um diese sensiblen Lebensräume zu schützen, gibt es daher saisonale Sperrungen an bestimmten Klettergipfeln, die ebenfalls von engagierten Bergsteigern beim Horstschutz unterstützt werden (https://nationalpark-saechsische-schweiz.de/gipfelsperrungen). „Die enge Kooperation mit den Bergsportlern steht dafür, wie wichtig und wertvoll der gemeinsame Schutz der Natur hier in der Region seit Generationen auch für ein Naturerleben wie das Sächsische Klettern ist.“, betont Uwe Borrmeister.
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Foto 1: SBB
Günter Priebst (grüne Jacke im Vordergrund), ist seit der Gründung der Gipfelpatenschaften von 10 Jahren die treibende Kraft, Koordinator und Motivator der Gipfelpaten, die mehrheitlich im Sächsischen Bergsteigerbund organisiert sind. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement ist er ein verlässlicher Ansprechpartner für die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz von Sachs