Übergabe Zertifikat Anerkennung Wildnisgebiet
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08.10.2026

Pressemitteilung der Nationalen Naturlandschaften: Nationale Naturlandschaften stärken gemeinsames Netzwerk: Neues Wildnisgebiet anerkannt und EntdeckerPass vorgestellt

Bei ihrer Jahrestagung in der Oberlausitz haben die Nationalen Naturlandschaften zentrale Weichen für die weitere Zusammenarbeit gestellt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde das Wildnisgebiet Heidehof als Nationale Naturlandschaft anerkannt und ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Mit dem neuen „EntdeckerPass“ präsentierte das Bündnis zudem ein gemeinsames Angebot, das die Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete Deutschlands für die Bevölkerung noch stärker erlebbar machen soll.

Vom 5. bis 8. Oktober kamen die Leitungen der deutschen Biosphärenreservate, Nationalparke und Wildnisgebiete sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutzorganisationen und weiteren Partnerinstitutionen zur gemeinsamen Jahrestagung der Nationalen Naturlandschaften im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch zwischen den Schutzgebieten, die Vernetzung über Länder- und Gebietskategorien hinweg sowie gemeinsame Antworten auf aktuelle Herausforderungen des Natur- und Biodiversitätsschutzes.

Wildnisgebiet Heidehof wird Teil der Nationalen Naturlandschaften

Ein besonderer Höhepunkt der Mitgliederversammlung von Nationale Naturlandschaften e. V. am 7. Oktober war die Anerkennung des Wildnisgebiets Heidehof als Nationale Naturlandschaft in der Kategorie Wildnisgebiete.

Das von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung getragene Gebiet erfüllt die gemeinsamen Kriterien der Nationalen Naturlandschaften für Wildnisgebiete und ist damit Teil des bundesweiten Netzwerks der Nationalen Naturlandschaften.

Das Schutzgebiet umfasst insgesamt 2.747 Hektar. Rund 2.302 Hektar und damit etwa 82 Prozent der Fläche stehen als Kernzone unter dauerhaftem Prozessschutz.

Peter Südbeck, Vorstandsvorsitzender von Nationale Naturlandschaften e. V., erklärt: „Ich freue mich sehr, das Wildnisgebiet Heidehof in der Familie der Nationalen Naturlandschaften begrüßen zu dürfen. Wildnisgebiete geben der Natur Raum, sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln. Sie sind wichtige Rückzugsräume für zahlreiche Arten und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Biodiversitäts- und Wildnisziele.“

Mit der Anerkennung des Heidehofs gehören nun 143 Nationale Naturlandschaften zum bundesweiten Bündnis: 16 Nationalparke, 104 Naturparke, 18 Biosphärenreservate und fünf Wildnisgebiete. 

„NNL EntdeckerPass“ an Umweltminister überreicht

Im Rahmen des regionalen Abends überreichte der Vorstandsvorsitzende Peter Südbeck den neuen „NNL EntdeckerPass“ an den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch.

Das handliche Heft vereint die Nationalen Naturlandschaften Deutschlands und lädt dazu ein, deren Vielfalt zu entdecken. Besucherinnen und Besucher können ihre Reisen durch die Nationalen Naturlandschaften mit individuellen Gebietsstempeln dokumentieren. Der Sammelcharakter motiviert dazu, auch weniger bekannte Regionen kennenzulernen. 

Peter Südbeck dazu: „Mit dem EntdeckerPass möchten wir zeigen, wie vielfältig die Nationalen Naturlandschaften sind, und gleichzeitig Lust darauf machen, diese Vielfalt selbst zu erleben. Vom Wattenmeer bis zu den Alpen, von großen Waldnationalparken über jahrhundertealte Kulturlandschaften bis zu neuen Wildnisgebieten gibt es in unserem Netzwerk unglaublich viel zu entdecken.“

Dr. Eick von Ruschkowski in den Vorstand gewählt

Auch personell stellte sich der Verband neu auf. Nach dem Ausscheiden von Stephan Zirpel (WWF Deutschland) wählten die Mitglieder Dr. Eick von Ruschkowski von der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz für die verbleibende Amtszeit von einem Jahr in den Vorstand von Nationale Naturlandschaften e. V.

Die turnusmäßige Neuwahl des gesamten Vorstands steht im kommenden Jahr an. Die nächste Mitgliederversammlung findet im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung mit dem Verband Deutscher Naturparke vom 27. September bis 1. Oktober 2027 in Bad Wildungen statt.

Vielfältiges Fach- und Rahmenprogramm

Bereits zum Auftakt am 5. und 6. Oktober kamen die Facharbeitsgruppen der Biosphärenreservate, Nationalparke und Wildnisgebiete sowie Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und weiteren Partnerinstitutionen zusammen. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch, die Vernetzung und gemeinsame Fragestellungen rund um den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Nationalen Naturlandschaften.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Filmabend, Fachexkursionen und einem regionalen Abend ergänzte die Tagung. Bei den Fachexkursionen lernten die Teilnehmer aus ganz Deutschland charakteristische Landschaftstypen und konkrete Naturschutzmaßnahmen kennen – neben den für das Gebiet namensgebenden Teichen war auch die Bergbaufolgelandschaft ein Exkursionsziel. Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist das einzige Biosphärenreservat in Deutschland mit einem Anteil an ehemaligen Tagebauflächen. Der regionale Abend wurde von der Biosphärenreservatsverwaltung gestaltet und bot mit einem regionalen Buffet und Beiträgen lokaler Partner zugleich Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Kennenlernen der Gastgeberregion. Das Speisenangebot beinhaltete unter anderem Backwaren aus alten Getreidesorten, Eier vom Sachsenhuhn oder Fleisch vom Roten Höhenvieh. Diese Produkte sind aus landwirtschaftlichen Modellprojekten im Biosphärenreservat hervorgegangen und bildeten unter anderem die Grundlage für typisch sorbische Gerichte. Damit wurde auch das sorbische Erbe der Region kulinarisch aufgegriffen.

HINTERGRUND

Über die Nationalen Naturlandschaften

Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) sind das Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Gemeinsam stehen sie für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung herausragender Natur- und Kulturlandschaften auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands.

Unter der gemeinsamen Dachmarke arbeiten die Schutzgebiete über Ländergrenzen und Gebietskategorien hinweg zusammen. Sie bewahren biologische Vielfalt und natürliche Prozesse, schaffen Naturerlebnisse und Bildungsangebote und leisten wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Die über Jahrhunderte gewachsene Teich-, Heide-, Wald- und Kulturlandschaft steht beispielhaft für das Zusammenspiel von Naturschutz, nachhaltiger Landnutzung und regionaler Entwicklung. Als UNESCO-Biosphärenreservat dient die Region zugleich als Modelllandschaft für ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur.

Bildunterschrift:

Foto: J. Wildefeld | Nationale Naturlandschaften e. V.

Peter Südbeck (rechts), Vorstandsvorsitzender Nationale Naturlandschaften e. V. übereicht Dr. Antje Wurz von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung die Urkunde zur Anerkennung des Wildnisgebiets Heidehof als Nationale Naturlandschaft in der Kategorie Wildnisgebiete.